Dieses Stück "ist die sinnliche Antwort der Kultur und des Intellekts auf Vereinfachung, Niederschreierei und das fatale Nicht-ernst-Nehmen. Auch politisch ist das ein Niveau, von dem die Politik Lichtjahre entfernt ist. Insofern ist es auch ein Abend zum Verzweifeln." Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

 


"Eine Geduld fordernde, kunstsensible Aufführung zu Stuttgart 21, die einmal nicht provozieren will. Und genau deswegen eine Provokation ist." Tomo Mirko Pavlovic, nachtkritik.de

30. September

Ein Chorprojekt von Ulrich Rasche
Schauspiel Stuttgart
Ein kleines Schild aus Pappe mit dieser Aufschrift trug ein Ehepaar während einer der letzten Kundgebungen auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Für viele Bürger der Stadt war der 30. September 2010 ein Einschnitt. Die Bilder von Demonstranten, die sich vor Wasserwerfern und Pfefferspray zu schützen suchen, gingen durch alle Medienberichte. Die schwarzen Uniformen der Sondereinsatzkommandos, berittene Polizisten, eingekesselte Schüler und Pensionäre sowie das Foto des am schwersten verletzten Demonstranten sind weitere Bildmotive, die eine Stadt emotionalisierten. Was hat zu dieser Eskalation der Gewalt geführt? Wann und wo entscheiden sich Menschen für den Widerstand? Welcher Rechtsanspruch wird von den beiden Seiten im Konflikt vertreten?

Am 30. September 2010 setzte die Staatsmacht Schlagstöcke, Wasserwerfer und Pfefferspray gegen die Demonstanten im Schlossgarten ein, um das Gelände für Baumaßnahmen frei zu räumen. Die Landesregierung berief sich dabei auf parlamentarische Beschlüsse, die umgesetzt werden sollten. Hatten die Demonstranten das Recht zum Widerstand? In welchen Fällen und wie weit darf der Protest von Bürgern gehen? Wie sollte der Staat sein Gewaltmonopol einsetzen? Ulrich Rasches chorische Inszenierung geht diesen Fragen nach.


Uraufführung // Freitag, 23.09.2011, 20:00 Uhr // Werkhalle

„Herr Mappus, wir verzeihen Ihnen nicht, was Sie unserem Sohn am 30. September angetan haben!"

 

Mit:

Andrej Falk, Stefanie Frauwallner, Laura Louisa Garde, Roman Hemetsberger, Toni Jessen, Birte Leest, Kornelia Lüdorff, Elmar Roloff, Alexander Weise, Marco Wittorf, Ekaterina Baeva, Eric Beillevaire, Julika Birke, Alexa Dieterle, Guillaume François, Christopher Kaplan, Arturas Miknaitis, Ausra Stravinskaite